Qigong-Übung: “Den Himmel anheben”

Folgende Übung ist eine Allzweck-Übung, sehr effektiv, wirkt stabilisierend und kräftigend auf Körper, Seele, Geist.
Sie ist sehr fehlertolerant, d.h. es ist nicht problematisch, wenn man die Übung nicht exakt macht.
2-3 mal am Tag je 5-10 Minuten wirken schon innerhalb von wenigen Tagen deutlich spürbar.

Hinweis für Raucher: Ca. eine halbe Stunde vor und nach der Übung nicht rauchen, da die Übung Blutgefäße und Leitbahnen erweitert, während das Nikotin zur Verengung der Blutgefäße und Leitbahnen führt und somit die Wirkung der Übung aufhebt.

“Himmel anheben”:

Ausgangsstellung:

Gerade und aufrecht stehen mit geschlossenen Beinen, Knie durchgestreckt.
(evtl. nicht ganz geschlossen und nicht ganz durchgestreckt)
Die Arme sind vor dem Körper nach unten gestreckt, die Hände sind nach innen gerichtet und ausgestreckt und weisen mit den Handflächen nach unten.
Der Winkel zwischen Hand und Unterarm ist ca. 90 Grad, die beiden Hände berühren sich fast an den Fingerspitzen (Abstand ca. 1-3 cm).
Die Ellenbogen sind nicht ganz durchgestreckt, es soll noch etwas Platz sein, um sie später (s.u.) durchstrecken zu können.
Der Kopf ist gerade, etwa so wie beim Meditieren, d.h. das Kinn leicht zurückgezogen. Die Augen schauen geradeaus in die Ferne.

Erste Phase (Einatmen):

Die Arme in einem Bogen nach oben führen. Wenn die Hände auf Augenhöhe sind, die Arme weiter nach oben führen und mit den Augen und Kopf in Richtung der Hände schauend den Händen folgen, bis die Hände genau über dem Kopf sind und man dabei genau nach oben schaut.
Bei der Bewegung durch die Nase einatmen.

Zweite Phase (angehaltener Atem):

Wenn dann fertig eingeatmet ist, den Atem unverkrampft anhalten (ca. 1-3 Sekunden, dabei nicht den Kehlkopfdeckel schließen wie beim Tauchen unter Wasser, sondern einfach nur aufhören zu atmen bei geöffnetem Kehlkopfdeckel), und dabei die Arme durchstrecken, also die Hände nach oben drücken (deshalb heißt die Übung “den Himmel anheben”).

Dritte Phase (Ausatmen):

Die gestreckten Arme mit den angewinkelten Händen in einem gestreckten Bogen seitlich (linken Arm nach links strecken, rechten Arm nach rechts strecken) zurück in die Ausgangsstellung führen. Dabei gleichzeitig den Kopf in die Ausgangsstellung zurück bringen (von nach oben schauend zu wieder nach vorne schauend). Dabei Ausatmen durch den leicht geöffneten Mund.

Vierte Phase (angehaltener Atem):

In der Ausgangsstellung wieder kurz den Atem unverkrampft anhalten (ca. 1-3 Sekunden), und dann wieder mit der Ersten Phase weitermachen.

Im Buch steht die Empfehlung von 10-20 Wiederholungen. Ich hab es anfangs mit 10 Wiederholungen gemacht, dann 20, dann nach und nach immer mehr, 40, 60, 80 gingen dann auch leicht. Spüren, ob es sich gut anfühlt und leicht geht, wenn ja, dann weitermachen, sonst aufhören.

Zum Abschluss das Qi sammeln:

Diese Übung kenne ich von Pyar, sie nennt sie “der Tiger kehrt in seine Höhle zurück”:
Arme vor dem Körper nach unten vor/unter dem unteren Dan Tian, Handflächen nach oben. Einatmend Hände mit nach oben geöffneten Händen vor dem Körper bis auf Herzhöhe (mittleres Dan Tian) bringen, dann die Hände umdrehen (Handflächen nach unten) und ausatmend nach unten drücken bis zum unteren Dan Tian (Unterbauch). Ca. 3-4 mal wiederholen (oder wie du magst, ich mache meistens 5-7 Wdh. (Update 12.07.2010: z.Z. 8-10), je nachdem wieviele ich von den anderen Übungen vorher gemacht habe).

Abschluss Verbeugung:

Einatmen, und dann ausatmend eine Verbeugung machen. (auch von Pyar so weitergegeben)

Ich mache den Abschluss so wie Pyar uns im Retreat gezeigt hat, weil ich sonst keinen anderen Abschluss kenne. Wenn du einen anderen Abschluss kennst, ist auch gut.

Die Übung morgens und abends machen, eventuell anfangs auch mittags/nachmittags.